ONE WAY OUT – Escape Game Blog


Blogeinträge im Dezember 2015


ONE WAY OUT – Ein Logo und seine Geschichte

 

Die Geschichte unseres Firmenlogos lässt sich nicht erzählen, ohne dabei die uralte Philosophenfrage nach "der Henne und dem Ei" aufzuwerfen. In diesem Fall die Fragen: "Was war zuerst da? Der Name oder das Logo der Firma?" und "Kann man ein sinnvolles Logo entwerfen, ohne vorher den Firmennamen zu kennen?" Oder andersherum: "Kann man sich auf einen originellen Firmennamen einigen, ohne dabei ein passendes Logo vor Augen zu haben?"

 

Eine Antwort wäre: "Ist doch klar, dass man erst einen greifbaren Namen braucht, bevor man das dazu passende Logo entwerfen kann!" Eine andere Antwort wäre: "Obwohl ich bisher keine Umfragen oder Studien zum Thema gelesen habe, gehe ich davon aus, dass die Mehrheit aller Firmengründer erst den Namen und dann das Logo ihrer Firma erfunden haben." Eine letzte Antwort wäre aber auch: "Keine Ahnung! Aber warum sollte man nicht erst ein Logo und dann einen Namen erfinden können? Vielleicht wurde aber auch Beides gleichzeitig erfunden?!" Also ein klares 2 : 1 für den Firmennamen.

 

Im Hinblick auf den komplexen Prozess, der zwischen Ideenfindung (Was wollen wir machen und wie nennen wir das Konzept?), Firmengründung (In welcher Unternehmensform ist unsere Idee am besten aufgehoben?) und Markenaufbau (Was ist das Besondere an unserem Produkt?) stattgefunden hat, würde ich zur letzten Antwort tendieren. Nachdem sich die ersten Anbieter von Live Escape Games schon allesamt Namen mit den Silben "Team", "Exit", "Escape" oder "Adventure" zugelegt hatten, suchten wir nach einer unkonventionellen Alternative, um uns optimal auf dem neuen Markt positionieren zu können.

 

Worauf kommt es bei einem guten Firmennamen eigentlich an? Neben Schriftbild, Klangfarbe, Originalität und Einprägsamkeit ist es wichtig, dass der Name die Thematik der Branche und den Kerngedanken des Produkts transportiert. Und worauf kommt es bei einem guten Logo an? Neben originellen und einprägsamen Farben und Formen ist es wichtig, dass auch das Logo die Branche und das Produkt adäquat repräsentieren kann. Ein Firmenlogo, das den Kunden mehr an Fast-Food-Ketten oder Wellness-Oasen als an Live Escape Games erinnern würde, wollten wir nicht. Also zwischen Name und Logo ein 1 : 1 Unentschieden.

 

Da man abseits objektiver ästhetischer Kriterien meistens keine wirklich guten Argumente für oder gegen ein bestimmtes Design findet und Diskussionen auf dem Gebiet des subjektiven Geschmacks eher destruktiv als konstruktiv verlaufen, mussten wir einen dritten Weg einschlagen, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Schließlich entschieden wir uns für eine Abstimmung in mehreren Wahlgängen.

 

Während im ersten Wahlgang noch Begriffe wie "Maze" (Irrgarten, Labyrinth), "Enigma" (Rätsel, Mysterium) oder "Pitfall" (Fallgrube) zur Auswahl standen, konnten wir uns im zweiten Wahlgang darauf einigen, dass es zwar ein englischer Begriff sein sollte, aber auch Nicht-Muttersprachler den Begriff verstehen mussten, ohne vorher in ein Fremdwörterlexikon zu gucken. Damit blieben nur noch Wörter wie "Riddle" (Rätsel), "Quest" (Forschung, Suche) oder "Puzzle" übrig, die aus verschiedenen Gründen von uns abgewählt wurden.

 

Als uns im dritten Wahlgang die Begriffe ausgingen und wir schon Wörter aus den ersten beiden Wahlgängen reaktivieren wollten, um erneut darüber abzustimmen, hatte ich plötzlich mehrere Bilder im Kopf: Zunächst sah ich einzelne Logo-Elemente, die bereits von Escape Game Anbietern genutzt wurden. Eine chaotische Abfolge von Türrahmen, Torbögen, Schlüsseln, Schlüssellöchern, Vorhängeschlössern, Lupen, Fragezeichen, Labyrinthen, Mausefallen, Sherlock-Holmes-Silhouetten oder Notausgang-Piktogrammen rotierte karussellartig vor meinem Auge und ich wusste, dass unser Logo irgendwie anders aussehen musste.

 

Im nächsten Schritt suchte ich nach neuen Assoziationen zum Thema "Live Escape Game" und versuchte mir vorzustellen, wie man die thematischen Aspekte von Fluchtspielen in einem Bild ausdrücken könnte. Dann kam mir das wichtigste Spielprinzip wieder in den Sinn, welches sich mit dem Slogan "Es gibt nur einen Weg nach draußen!" umschreiben lässt. Und sofort sah ich das schwarz-weiße US-Einbahnstraßenschild ONE WAY vor mir. Ein Schild, das bereits Millionen Menschen auf der ganzen Welt in diversen Hollywood-Blockbustern gesehen hatten. Ein Schild, dessen globaler Bekanntheitsgrad in einer Liga mit den Logos von McDonalds, Microsoft Windows, Starbucks Coffee oder Walt Disney mitspielen konnte.

 

Das US-amerikanische Einbahnstraßenschild war für mich die perfekte Symbiose all jener Kriterien, die ein Logo zu einem guten Logo machten. Und weil das Schild in erster Linie einen administrativen und keinen politischen oder kommerziellen Charakter hatte, gab es für mich (auch aus dem historischen Kontext) kein gravierendes Argument, welches gegen das Logo hätte sprechen können. Außerdem konnte man es sehr gut mit anderen aus dem US-Straßenverkehr bekannten Schildertypen kombinieren.

 

Blieben letztlich noch zwei wichtige Fragen übrig: "Aus wie vielen Straßenschildern sollte das Logo bestehen?" und "Welcher Name würde zum Logo passen?" ... ONE WAY OUT (d.h. ein Weg nach draußen) hieß das Endergebnis, wobei der Firmenname im Einbahnstraßenschild durch einen orangenen Warnhinweis mit dem Titel "Live Escape Game" ergänzt wurde. So schnell hatten wir uns noch nie auf eine Idee geeinigt. Am Ende des Tages also ein klares 1 : 0 für das Logo.


Live Escape Game – Ein neuer Freizeittrend, dessen Inhalt noch fast Keiner kennt ...

 

„Live Escape Game … Was ist das? Ich hab noch nie davon gehört.“ ist die mit Abstand häufigste Frage, die wir gestellt bekommen. Andere wesentliche Fragen sind auch: „Wieso werde ich eine Stunde lang eingeschlossen?“ oder „Wie kann man ein Computerspiel ins reale Leben übertragen, ohne dabei Monitor, Tastatur und Mouse zu verwenden?“

 

Wenn eine dieser Fragen gestellt wird, hole ich gerne etwas aus, um den Fragensteller vom faszinierenden Konzept der Live Escape Games zu überzeugen. Fast immer erläutere ich im ersten Schritt die vielen verschiedenen Begriffe, die sich aktuell in der thematischen Umlaufbahn befinden: Live Escape Game, Room Exit Adventure oder Fluchtspiel sind nur drei mögliche Definitionen, deren Wörter wiederum vielfältig untereinander kombiniert werden können, um letztendlich das selbe Konzept zu erklären.

 

Im zweiten Schritt versuche ich die groben Umrisse des Live Escape Games zu skizzieren und deren Ursprünge in den japanischen und amerikanischen Point-Und-Click-Computerspielen der 1990er und 2000er Jahre zu verorten. Es ist manchmal etwas schwer sich vorzustellen wie man die Prinzipien eines Computerspiels im echten Leben einsetzen kann, auch wenn man keine ESC-Taste zur Verfügung hat oder altbekannte Kombinationen á la COPY + PASTE und STRG, ALT + ENTF verwenden darf.

 

Im dritten Schritt ziehe ich den technikfreien Vergleich mit der Schnitzeljagd heran, der oft besser funktioniert als die komplexe Computerspielassoziation, weil der Begriff „Schnitzeljagd“ im Regelfall mit Abenteuer, Spielfreude und nostalgischen Kindheitserinnerungen verbunden wird. Das schafft wiederum eine positive Grundstimmung und eine Vertrauensbasis, die äußerst hilfreich ist, damit der Spieler in kurzer Zeit aus dem Alltagsmodus in den Spielmodus und wieder stressfrei in den Alltagsmodus wechseln kann.

 

Gerne erläutere ich auch noch kurz die nachhaltige Wirkung von Live Escape Games als lebendige Erinnerung, die auch noch in den nächsten Stunden, Tagen und Wochen ihre Laune positiv beeinflussen wird. Vielleicht ist es die Mischung aus Phantasiewelt, Kinderüberraschung, Rätselspaß, Geschicklichkeitstraining, Wissenstest und Gemeinschaftserlebnis, welches das Live Escape Game zum neuen Trendsetter im Eventbereich macht.

 

Warum das so sein könnte und höchstwahrscheinlich auch so ist, wurde bereits wissenschaftlich erforscht und wird ab 2016 ein kontinuierlicher Bestandteil zukünftiger Blogeinträge werden.